Der Befreiungsschlag bleibt aus

War der überragende Akteur - Sandro Münch traf gestern gleich dreizehn Mal / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku verpasst mit der Heimniederlage gegen Bittenfeld den Sprung ins Mittelfeld / Sorgen um Torhüter Marvin Heinz

 

Die Einstellung stimmte, der Kampf auch. Doch gegen den TV Bittenfeld 2 reichte es am Samstag für die SG H2Ku Herrenberg trotzdem nicht zum Sieg. Nach dem 28:31 (14:17) in eigener Halle gegen den Tabellenvorletzten steckt der Oberligist aus dem Gäu mehr denn je im unteren Tabellendrittel fest.

 

Wie heiß umkämpft die Partie vor den 400 Zuschauern wirklich war, sah man vielleicht am besten kurz vor dem Abpfiff abseits des Spielfeldes. In den Katakomben der Markweghalle mussten mit Marvin Heinz und Yannik Schopp gleich zwei Aktive im Gesicht und am Kopf behandelt werden, für die das Spiel vorzeitig beendet war. Während bei Schopp auf der Pressekonferenz von Trainer Fabian Gerstlauer vorsichtig Entwarnung gegeben werden konnte, erwischte es den Torhüter der Herrenberger weit schlimmer. Nach einem Kopftreffer eine Viertelstunde vor dem Ende musste Marvin Heinz noch am Abend mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gefahren werden. Und so trat auch die für die Gastgeber bittere Niederlage etwas in den Hintergrund, wie beide Übungsleiter später einräumten.

 

Dabei begann die Partie so ganz nach dem Geschmack der Hausherren. Max Bröhl erwischte einen Traumstart und schweißte mal eben bis zum 7:5 nach zehn Minuten vier Treffer selbst ein. Kaum weniger erfolgreich präsentierte sich mit drei Treffern in dieser Phase mit Sandro Münch ein weiterer Rückraumakteuer der SG H2Ku. Am Ende war Münch mit dreizehn Treffern die überragende Offensivkraft auf dem Parkett. Zu diesem frühen Zeitpunkt war auch die Nummer zwei der Bittenfelder Bundesligamannschaft, Nick Lehmann, kaum ein Faktor im Tor der Gäste.

Praktisch aus dem Nichts leistete sich der Gastgeber aber einmal mehr eine Schwächephase, die eigentlich unbedingt hätte vermieden werden sollen. Nicht einmal sieben Minuten reichten den Bittenfeldern aus, um auf 7:11 zu ihren Gunsten zu stellen. Sowohl Gästecoach Thomas Randi als auch Fabian Gerstlauer sahen in dieser Phase den Hauptgrund für das letztendiche Resultat.

 

Von nun an ging es mit leichten Wellen im Spielverlauf stetig mit dem einjustierten Abstand von drei bis vier Toren weiter. Fast logisch war daher der Treffer von Sascha Marquardt mit der Pausensirene zum 14:17.

 

Natürlich, der Wille, die Partie noch zu drehen, war unvermindert vorhanden. Und so wurde jeder Zentimeter des Parketts zur Kampfzone. Dass es für die SG H2Ku Herrenberg noch nicht zum Verkürzen des Rückstandes reichte, lag auch daran, dass der TVB 2 nun auch in Person von Martin Kienzle zulegte. Der halblinke Goalgetter, noch unauffällig gestartet, nutzte die Zuarbeit seines Spielmachers Marvin Gille nun bei weitem effektiver zu am Ende sieben Treffern aus.

 

Ein Kulminationspunkt hätte es trotzdem eine Viertelstunde vor dem Ende noch geben können. In dreifacher Unterzahl traf der überragende Sandro Münch („Heute habe ich mich auch körperlich sehr gut gefühlt“), zum 21:24. Doch die erhoffte Initialzündung blieb aus. Stattdessen wenige Minuten später der Schock für die SG H2Ku. Bei einem Konter traf Bittenfelds Linksaußen Philipp Porges Herrenbergs Keeper Marvin Heinz so unglücklich am Kopf, dass für diesen die Partie zu Ende war. Die endgültige Diagnose ist hier aber noch offen. „Ich hoffe, dass Marvin nur mit einer leichten Gehirnerschütterung davonkommt“, äußerte sich Trainer Fabian Gerstlauer doch besorgt.

 

Dass für Heinz mit Georg Mohr nun der Torwart der A-Jugend im Kasten stand, war allerdings sportlich gar kein Nachteil. Der Youngster bot eine grundsolide Leistung in der Schlussviertelstunde. Ungünstiger war aber wohl auf der Gegenseite die Rückkehr von Nick Lehmann, für den der Routinier im Tor der Gäste, Daniel Sdunek, Platz machen musste.

 

Lehmann hielt nun die entscheidenden Bälle. Nur gegen die Würfe von Linksaußen Yannik Schopp, der sowohl auf seiner Stammposition als auch zeitweise als Spielmacher überzeugte, war er meist machtlos. Und so war es auch Schopp selbst, der sich eine Minute vor dem Ende durchtankte und einen Strafwurf für seine Farben und eine rote Karte für die Gäste herausholte. Allerdings war nach dem Foul an ihn auch das Spiel für Yannik Schopp verletzungsbedingt beendet.

Dass beim Stande von 28:30 in der letzten Minute der fällige Strafwurf ausgerechnet vom bisher sichersten Schützen Sandro Münch vergeben wurde, entbehrt dabei nicht einer gewissen Tragik. So brachte Bittenfeld den Vorsprung in der Schlussminute locker über die Zeit.

 

Mit dem 28:31 steckt die SG H2Ku nun erst einmal mittelfristig im Tabellenkeller fest. Coach Gerstlauer hofft nach den momentan Verletzungsausfällen auf einen gesunden Kader für die Rückrunde.

Am kommenden Samstag steht um 18 Uhr aber erst einmal das nächste Vier-Punkte-Spiel an. Dann trifft man in Nürtingen auf den TSV Zizishauen.

 

 

-pg-

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