Nach Auswärtssieg wieder über der magischen Linie

Grund zur Freude hatten Mannschaft und Trainer in Neuenbürg / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku Herrenberg überzeugt beim Sieg in Neuenbürg und muss trotzdem zwischendurch zittern

 

Die Oberligahandballer der SG H2Ku Herrenberg spielen in Sachen Klassenerhalt weiter mit dem Feuer. Nach dem 34:27 (17:9) beim HC Neuenbürg steht der Gäu-Klub wieder auf Platz zehn, der den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde. Dass der Erfolg in der Neuenbürger Stadthalle bei einem im Vorfeld als Favorit gehandelten Gegner gelang, versüßt die ganze Sache noch einmal zusätzlich.

 

Noch vor Wochenfrist saßen die Spieler der SG H2Ku maßlos enttäuscht in der Fellbacher Zeppelinhalle und trauerten den gerade verlorenen Punkten beim Tabellenletzten nach. Am späten Samstagabend nun sah dies nach dem zweiten Auswärtsspiel in Folge allerdings ganz anders aus. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ wurde von einer überglücklichen Mannschaft skandiert, die sich diesen Jubel in den sechzig Minuten zuvor redlich verdient hatte. Das Duell mit dem nächsten Aufsteiger war dabei in vielen Momenten fast eine Blaupause der Niederlage in Fellbach. Der entscheidende Unterschied brachte am Ende aber die zwei wichtigen Punkte.

 

Diesen Unterschied brachte Fabian Gerstlauer, Coach der Herrenberger Handballer nach der Partie auf einen kurzen Nenner: „Wir haben rechtzeitig die Kurve bekommen“. Denn wie schon in der Vorwoche bot Gerstlauers Team in Halbzeit eins Handball vom Feinsten, um dies später fast wieder herzuschenken.

Der Start war vom Abtasten geprägt, in dem sich beide Teams keine Blöße geben wollten. Zwar gelang den Gastgebern ein schnelles 2:0 inklusive eines nicht verwandelten Strafwurfes von Herrenbergs Marvin Seeger, doch dies war eher ein Strohfeuer des Aufsteigers, der personell angeschlagen in die Partie ging. Schon in der achten Minute beim erstmaligen Ausgleich (4:4) wurde deutlich, dass der HC Neuenbürg für jeden Treffer im Positionsangriff viel investieren musste. „Wir haben heute einen guten Zugriff bekommen und standen sehr kompakt in der Abwehr“, war für Fabian Gerstlauer die Ursache dafür schnell klar.

 

Von nun an ging es für die Gäste auf der Überholspur weiter. Nach dem 5:5 nach neun Minuten stand es gerade einmal acht Minuten später 12:5. Dieser Lauf war natürlich ein Kulminationspunkt im Spiel. Nicht zufällig zeichneten sich dafür drei Akteure alleinverantwortlich, die letztlich zusammen auf 21 Treffer kamen. Neben den starken Außen Alexander Zürn und Marvin Seeger zeigte ein Youngster seine bisher beste Leistung im Herrenberger Trikot. Janne Böhm schweißte im Spielverlauf gleich neun Tore ein. Auch Trainer Gerstlauer war sichtlich angetan von der Leistung seines Halblinken, trat aber trotzdem auf die Euphoriebremse: „Janne ist ein bodenständiger Typ, der diese Leistung auch einordnen kann“. Aber all diese Faktoren sorgten dafür, dass zur Pause mit dem 17:9 ein scheinbar beruhigendes Ergebnis von der Anzeigetafel leuchtete - wie schon in der Vorwoche in Fellbach.

 

Und genau wie eben eine Woche zuvor schmolz der sichere Vorsprung schnell zusammen. Ein unkonzentrierter Beginn reichte aus, den HC Neuenbürg mit schnellen Gegentoren zurück ins Spiel zu bringen. Über ein 14:19 (38.) sorgte der Aufsteiger eine Viertelstunde vor dem Ende mit dem Anschluss zum 22:24 für die gewünschte Heimspielatmosphäre unter den 300 Zuschauern.

 

Fast konnte man meinen, alles wie gehabt. „Unser Rückzugsverhalten war in dieser Phase überhaupt nicht nach meinen Vorstellungen“, fand Fabian Gerstlauer noch freundliche Worte für das Abwehrverhalten seiner Mannschaft nach eigenen vergebenen Torchancen. Im Gegensatz zur Fellbacher Niederlage allerdings fand die SG H2Ku wieder zurück zu Struktur und Erfolg. Marvin Heinz im Tor der Gäste hielt die entscheidenden Würfe, Sandro Münch konnte in der Offensive alle Strafwürfe sicher verwandeln. Der Shooter, der sich gestern mit Toren aus dem Feld selbst zurückhielt, verteilte aber die Bälle mit viel Überlegung an seine Nebenspieler.

 

So wurde die brenzlige Situation letztlich schadlos überstanden. Über ein 28:24 (52.) und 30:26 fünf Minuten vor dem Ende gelang in den letzten Minuten gar noch ein 34:27, dass die SG H2Ku Herrenberg wieder in eine bessere Ausgangsposition für den sicheren Ligaerhalt bringt.

 

 

pg-

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